22.12.2019
Gazprom-RusVelo stellt Weichen für erfolgreiche Saison 2020 - 2nd part
Tilda Publishing
Nicht nur durch den Wechsel von Vlasov steht ein Umbruch an. Erstmals öffnen Sie das Team
für nicht-russische Fahrer. Gleich sechs internationale Fahrer haben Sie für Gazprom-RusVelo gewonnen. Mit welcher Strategie?

Eines ist klar: Gazprom-RusVelo bleibt die Sperrspitze des russischen Radsports. Wir sind
das wichtigste Sprungbrett für russische Talente, wir ebnen ihnen den Weg an die Spitze. Dazu gehört nach meiner Auffassung eine Mischung aus jungen Nachwuchsfahrern und erfahrenen Routiniers. Deswegen kommen auch erfolgreiche WorldTour-Routiniers, wie
Chernetski oder Kuznetsov, neu in die Mannschaft. Aber wir haben erkannt, dass im modernen Radsport nicht nur der Altersmix ein Team belebt, sondern eben auch die Einflüsse durch andere Sprachen und Kulturen oder Karrieren. Gerade bei der heutigen jungen Generation.

Woher kommt der italienische Fokus?
Bei den Neuverpflichtungen in diesem Jahr waren uns Persönlichkeiten wichtiger als Nationalitäten. Aber Italien liegt uns nah, wir sprechen die Sprache und wir kennen die italienische Rennszene. Denn Italien ist unsere zweite Heimat. Hier ist unsere Teambasis. Hier lebe ich. Hier leben und trainieren unsere Fahrer während der Saison. Mit Fahrern wie Cima, Canola oder Velasco haben wir Siegertypen ins Team geholt, mit denen wir auch als Team auf ein neues Level gehen wollen. Um es deutlich zu sagen: ich wünsche mir, dass wir uns 2020 mehr als zweimal über einen Sieg freuen können.

Abschließend noch ein Blick auf Deutschland. Erneut ist Gazprom-RusVelo bei allen fünf deutschen Straßenrennen gestartet. Wie fällt Ihre deutsche Bilanz aus?

In Deutschland möchten wir uns besonders gut zeigen, denn es ist die Heimat unseres wichtigen Sponsors, der Gazprom Germania GmbH. Deswegen freut es uns sehr, dass wir wieder zu allen deutschen Rennen eingeladen wurden. In diesem Jahr haben wir eine Achterbahnfahrt erlebt, wie unsere Jungs sie sonst nur aus dem Europa-Park kennen. Die Deutschland Tour steht beispielhaft dafür. Gleich vom Start weg waren wir in der ersten Ausreißergruppe und haben uns an der Spitze gezeigt. Aber auf dieser Etappe gab es auch einen schlimmen Sturz, der uns reduziert hat. Am Finaltag haben wir uns dann wieder in die
Gruppe zurückgekämpft. Bei den beiden WorldTour-Rennen in Frankfurt und Hamburg sind wir unserem Anspruch komplett gerecht worden. Wir haben die Attacken mitbestimmt und sind im Finale um einen Platz in den Top20 mitgesprintet. Bei den Rennen in Köln und Münster sind wir leider hinter unseren Möglichkeiten geblieben.

Die Saisonvorbereitung läuft auf Hochtouren. Was steht konkret an?
Nach einem Urlaub bei ihren Familien sind die Fahrer seit Anfang Dezember wieder bei uns in Italien. Umfangreiche Tests waren der Auftakt und dann ging es in unser Team Camp nach Calpe. Hier stehen Einheiten für die Form-Grundlagen und die Integration der neuen Fahrer im Vordergrund. Wir nutzen das Camp auch, um das Rennprogramm zu besprechen. Das Team bleibt zusammen bis Weihnachten. Die Festtage gehören selbstverständlich den
Familien, bevor wir uns ab dem 10. Januar wieder in Calpe treffen. Im zweiten Camp geht es dann schon ganz gezielt, um den Aufbau für die ersten Saisonhöhepunkte im Frühjahr. Anfang Februar steigen wir in Spanien in den Rennbetrieb ein.